EIN THEMA, IM KONTEXT

KI und die Wirtschaft

Perspektiven aus Interviews zu KI-Einsatz, wirtschaftlicher Entwicklung und der sich wandelnden Organisation der Arbeit.

1 Personen · 1 Quellen · 2 geäußerte Meinungen

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Perspektiven im Überblick

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Anton Leicht

Der wirtschaftliche Einsatz hinkt den aktuellen Modellfähigkeiten hinterher

Anton Leicht stimmt zu, dass der Einsatz aktueller KI-Fähigkeiten in der Wirtschaft deutlich hinter diesen Fähigkeiten zurückbleibt. Er legt nahe, dass produktive Anwendungen die bisherigen Investitionen in Frontier-Modelle und Chips rechtfertigen könnten, wenn die bestehende westliche Rechenkapazität auf Inferenz umgeleitet würde.

Stützende Belege

Originalauszug

we have a big lag in terms of deploying even the current level of capabilities to the economy. And I think if we switched all the compute that exists in the West right now to only inference, we'd find economic, productive applications for all the models that would allow us to justify the investment on all the frontier models

Übersetzung · Nicht die Originalformulierung

wir haben einen großen Rückstand bei der Einführung selbst des aktuellen Leistungsniveaus in die Wirtschaft. Und ich glaube, wenn wir sämtliche Rechenkapazität, die es derzeit im Westen gibt, ausschließlich auf Inferenz umstellen würden, fänden wir wirtschaftliche, produktive Anwendungen für alle Modelle, die es uns erlauben würden, die Investitionen in alle Frontier-Modelle zu rechtfertigen

Anton Leicht über KI-Einsatz, wirtschaftliche Umbrüche und Risiken
Kontext

Wie sieht es mit dem Aktienmarkt aus? Dazu wollte ich noch eine Nachfrage stellen. Meine aktuelle Theorie ist, dass eine Pause für den Aktienmarkt gar nicht so schlimm wäre, weil die Modelle intelligent genug sind, dass die Nachfrage nicht wirklich durch ihre Fähigkeiten begrenzt ist, sondern durch die menschliche Fähigkeit, sie effektiv einzusetzen. Es spielt also keine große Rolle, ob sie bei Millennium-Preis-Problemen in 10 % oder 30 % der Fälle erfolgreich sind – es geht viel mehr darum: Was kann Bob in der Buchhaltung tun, um die Arbeit von zwei Personen als eine Person zu erledigen? Was denken Sie? Ich glaube, die Bewertungen der Unternehmen – sowohl der nicht börsennotierten als auch der öffentlich gelisteten Unternehmen in der KI-Lieferkette – beruhen wahrscheinlich darauf, dass wir mehr als das tun. Sie sind vermutlich nicht völlig AGI-pilled, aber ich glaube schon, dass sie einen Inferenzpreis pro GPU erwarten, oder was auch immer das ist, der deutlich höher liegt als das, was für Bob aus der Buchhaltung Sinn ergeben würde, selbst für Fable 5.1 zu zahlen. Wenn man die Bewertungen verstehen will und wenn man den Umfang des Ausbaus verstehen will, dann entspricht die Form der Verträge und die Form der Nachfrage, die man erwartet, eher Millionen und Abermillionen Dollar an F&E-Beschleunigungsverträgen mit Pharma, Materialwissenschaft und so weiter, wo sie wesentliche Beiträge leisten und helfen können, extrem profitable neue Medikamente zu finden – solche Dinge. Man erwartet wahrscheinlich auch weitere interne Produktivitätssteigerungen und tatsächlich wettbewerbsfähig bepreiste automatisierte KI-F&E-Anwendungen – Coding-Agenten, die viel, viel höhere Preise verlangen können.

Originaler Kontext

How about the stock market? I wanted to do one follow-up on that. My theory right now is that a pause wouldn't actually be that bad for the stock market, because the models are smart enough that demand isn't really limited by their capability, but by human ability to deploy them effectively. So it doesn't really matter if they succeed 10% of the time or 30% of the time on Millennium Prize problems — it's much more like, what can Bob in accounting do to get two people's worth of work done as one person? What do you think? I think the valuations of the companies — both the non-IPO companies and the publicly listed companies that are in the AI supply chain — probably rest on us doing more than that. They're probably not entirely AGI-pilled, but I do think they expect a per-GPU inference price, or whatever that is, that's a lot higher than what would make sense for Bob from accounting to pay for even Fable 5.1. If you want to make sense of the valuations, and if you want to make sense of the scale of the build-out, the shape of contract and the shape of demand you're expecting is more like millions and millions of dollars in R&D acceleration contracts with pharma and material science and so on, where they can make major contributions and help you find extremely profitable new drugs — that kind of thing. You're probably also expecting further internal uplift and actually competitively priced automated AI R&D uses — coding agents that are able to ask for much, much higher prices.

Die Startzeit stammt aus dem bereitgestellten Transkript. Die Synchronisierung der Wiedergabe steht noch zur Überprüfung an.

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Fortgeschrittene KI könnte wirtschaftliche Aufholmechanismen herausfordern

Anton Leicht argumentiert, dass viele wirtschaftliche Aufholmechanismen, die Länder mit niedrigerem mittlerem Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten genutzt haben, zutiefst unvereinbar mit einer Welt fortgeschrittener KI und zunehmend automatisierter Fertigung sind.

Stützende Belege

Originalauszug

fundamentally, a lot of the catch-up mechanisms that lower-middle-income countries, in very general terms, have used and enjoyed and been able to leverage over the last few decades are just deeply incompatible with a world that has both very advanced AI systems and, downstream of that, ultimately much more automated manufacturing capacity.

Übersetzung · Nicht die Originalformulierung

grundsätzlich sind viele der Aufholmechanismen, die Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen ganz allgemein gesprochen in den letzten Jahrzehnten genutzt und genossen haben und nutzen konnten, zutiefst unvereinbar mit einer Welt, die sowohl sehr fortschrittliche KI-Systeme als auch, daraus folgend, letztlich deutlich stärker automatisierte Fertigungskapazitäten aufweist.

Anton Leicht über KI-Einsatz, wirtschaftliche Umbrüche und Risiken
Kontext

Sprechen wir also über den Rest der Welt. Sie haben gerade diesen großen Bericht zur Transformativen-KI-Strategie für Europa veröffentlicht, und es gab bereits einige Diskussionen – ich habe tatsächlich vor einiger Zeit mit einem Ihrer Mitautoren über das Rechenkapazitätsdefizit Europas gesprochen und darüber, dass etwas getan werden muss, um künftig ein relevanter Akteur zu bleiben. Aber bevor wir zur Strategie kommen, was Europa tun sollte – was ist die Sorge, wenn sie nichts tun? Denn ich denke auch, dass das, was Ihrer Meinung nach mit Europa passieren könnte, wenn Europa seinen Kurs beibehält, standardmäßig wahrscheinlich für etwa 70 %, vielleicht 80 % der Weltbevölkerung passiert. Wie sieht die Zukunft in Ihren Augen für Afrika, Lateinamerika, Südasien usw. aus? Der unmittelbarste und offensichtlichste Mechanismus war immer, einfach auf die demografischen Unterschiede zu setzen – man hatte ein sehr schnelles Bevölkerungswachstum, eine relativ günstige Arbeitskraft, die man als komparativen Vorteil nutzen konnte, und konnte sich dann schnell hochziehen, indem man ausländische Firmen ansiedelte und wertvolle Güter in die globale Lieferkette exportierte, basierend auf der Idee, dass man über diese Arbeitskraft verfügte, die man so einsetzen konnte, dass man als Land vergleichsweise vorteilhaft für geschäftliche Aktivitäten war. Und ich weiß einfach nicht, ob das weiterhin der Fall sein wird. Für die meisten Bereiche der einfachen Dienstleistungswirtschaft wird das definitiv nicht mehr gelten – ich sehe keinen stabilen Weg, wie dieser Sektor der Wirtschaft wirklich bestehen kann, sobald wir sehr leistungsfähige KI-Systeme haben. Es wird definitiv neue Dienstleistungsjobs geben, Jobs, bei denen Menschen bevorzugt werden – man kann all diese Arbeitsmarkteffekte langfristig betrachten. Aber diese Vorstellung, dass man sich sofort für globale Lieferketten nützlich machen kann, indem man

Originaler Kontext

So let's talk about the rest of the world. You have this big report that just came out on transformative AI strategy for Europe, and there's been some discussion — I actually talked to one of your coauthors a bit back about the compute deficit that Europe has and the need to do something to be a live player going forward. But before we get into the strategy for what Europe should do — what's the worry if they do nothing? Because I also think whatever you think might happen to Europe if Europe stays the course is probably what happens to, like, 70%, maybe 80%, of the world's population by default. What does the future look like in your mind for Africa, Latin America, South Asia, etcetera? So the most immediate and obvious mechanism was always just to bet on the demographic differences — you had very rapid population growth, a fairly cheap workforce you'd be able to use to your comparative advantage, and then quickly bootstrap into hosting some foreign firms and exporting some valuable good into the global supply chain, predicated on the idea that you had this workforce you could put to use in a way that made you a comparatively beneficial country to conduct business activity in. And I just don't know whether that's going to remain the case. It's definitely not going to remain the case for most aspects of the menial services economy — I just don't see a stable way that that sector of the economy really exists once we have very powerful AI systems. There are definitely going to be new services jobs, human-preference jobs — you can think about all these labor-market effects in the long run. But this idea that you can just be immediately useful to global supply chains by do

Die Startzeit stammt aus dem bereitgestellten Transkript. Die Synchronisierung der Wiedergabe steht noch zur Überprüfung an.

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Dies sind individuelle Standpunkte, keine Messung einer Übereinstimmung. Das Quellenmaterial bleibt in der Originalsprache.